Am 27. April hat uns Piranha Bytes endlich mit einem Nachfolger von Risen beglückt. Dieser trägt den Untertitel Dark Waters. Mit Risen 2 geht PB ein wenig weg vom Mittelalter Stil und geht mehr in Richtung Karibik Flair. Da ich ein großer Gothic Fan bin, ist Risen 2 für mich natürlich Pflicht.
Risen 2: Dark Waters
Nach der großen Pleite von Gothic 3 kam 2009 endlich das heiß ersehnte neue Game von Piranha Bytes raus. Statt einer Fortsetzung im Gothic Universum verlegte sich PB auf eine komplett neue Welt, Risen war damit geboren. Risen konnte im Großen und Ganzen überzeugen, hatte aber mit den üblichen Problemen zu kämpfen. Dieses Jahr kam nun die Fortsetzung zu Risen raus. Die PB Jungs wollten vieles besser machen wie im vorherigen Teil, ob ihnen das nun gelungen ist erfahrt ihr im folgenden Review.
Story:
Nachdem der namenlose Held auf Faranga die Welt gerettet hat, konnte er erst einmal verschnaufen und sich von den Strapazen erholen. Dazu schloss er sich der Inquisition an und konnte dank des Kommandanten Carlos auf der Insel Caldera den Tätigkeiten eines einfachen Offiziers nachgehen. Aber natürlich hielt dieser Frieden nicht ewig.
In einer stürmischen Nacht näherte sich der Insel Caldera ein Piratenschiff. Doch bevor dieses sich der Küste nähern konnte, verschlang ein riesiger Kraken das Schiff. Nur hilflos konnte die Garnison zusehen, wie er das Schiff mitsamt Mannschaft auf den Grund des Meeres zog. In der Hoffnung auf Überlebende, schickte der Kommandant den Namenlosen an den Strand um nachzusehen. Dort angekommen fand der Held eine alte Bekannte vor, Patty Wirtin auf Faranga und Tochter des berühmten Piratenkapitän Stahlbart.
Nach ihrer Rettung vor fiesen Meereskreaturen erzählte Patty dass ihr Vater eine mächtige Waffe versteckt hat um den Kraken zu töten. So schmiedeten sie gemeinsam mit Kommandant Carlos einen Plan um nach dieser Waffe zu suchen und schon am nächsten Morgen brachen Patty und der Namenlose Held auf. Aber relativ schnell stellten sie fest, dass alles nicht so einfach sein sollte wie sie dachten, den viele gefährliche Schlachten und schwere Entscheidungen sollten noch vor ihnen liegen, die das Schicksal der Menschheit entscheiden.
Gameplay:
Risen 2 spielt sich im Großen und Ganzen wie Risen bzw. die Gothic Teile. Wer eines der vorherigen Games gespielt hat, wird ziemlich schnell zurechtkommen. Für alle anderen ist dann doch ein wenig Eingewöhnung erforderlich, da die Steuerung bei weitem nicht so intuitiv gestaltet ist wie bei aktuellen Konkurenztiteln.
Risen 2 bietet ebenfalls wieder ein Handwerkssystem, ist aber nicht dringend notwendig sondern wieder mal ein Nettes Gimmick nach dem Motto: kann man, muss man aber nicht. So könnt ihr neuerdings neben Nahkampfwaffen oder Tränken auch Schusswaffen, Talismane und Voodoo Puppen bauen.
Voodoo Puppen… da sind wir auch gleich beim richtigen Stichwort. Statt des gewohnten Magiesystems mit Runen könnt ihr dieses Mal die Macht des Voodoo erlernen. Darunter fallen dann verfluchen von Gegnern, beschwören von Untoten Dienern oder das Kontrollieren von anderen Menschen mithilfe eben jener Voodoo Puppen. Wobei spielerisch das letzte am interessantesten ist, so könnt ihr durch kontrollieren von NPC’s die Quests auf alternative Lösungswege auch erledigen.
Auch die Schusswaffen sind neu, aber spielerisch tut sich nicht viel ob ihr nun im Vorgänger mit Armbrust & Bogen hantiert habt oder nun eben mit Schusswaffen die Mechanik bleibt sich im Grunde gleich.
Die Kämpfe gegen menschliche Gegner sind ebenfalls wieder relativ fordernd und taktisch ausgefallen und mit den neuen schmutzigen Tricks habt ihr genug Fähigkeiten, um dem Gegner einen Schritt voraus zu sein. So könnt ihr dem Gegner Sand in die Augen werfen oder ihm einen Papagei auf den Hals hetzen der ihn Ablenkt, also ganz klassisch Pirat. Einzig negativ ist, dass ihr nicht mehr ausweichen könnt was euch noch vor einige Probleme stellen wird aber dazu komm ich im Fazit.
Neu ist auch, dass ihr dauerhaft einen Begleiter dabei haben könnt. Diese sind allerdings nur als Unterstützung oder Ablenkung wirklich zu gebrauchen aber zum Glück sind sie unsterblich. Ihr braucht euch also keine Sorgen machen, dass ihr euren Begleiter beschützen müsst.
Auch das Lernpunkte System entfällt komplett, wird aber durch ein ähnliches System ersetzt. So investiert ihr Ruhmpunkte in 5 verschiedene Attribute. Sobald ihr dann eine bestimmte Stufe dieser Attribute erreicht habt, könnt ihr mit dem nötigen Kleingeld für diesen Bereich neue Skills bei Lehrern lernen.
Grafik:
Grafisch mag Risen 2 zwar nicht mehr auf der Höhe der Zeit sein, aber dafür schafft es PB mal wieder die passende Atmosphäre einzufangen. So erwartet euch eine wunderschöne Karbik Idylle, in der man einfach am liebsten Urlaub machen möchte.
Vor allem die Piratensiedlungen wirken einfach herrlich verschroben und verrucht. Jack Sparrow würde sich hier genauso wohl fühlen wie in Tortuga.
Einziger nerviger Negativpunkt sind die Vegetation, die abhängig von der Entfernung des Spielers größer und kleiner werden. Sieht ziemlich komisch aus, lässt sich aber sicher mit einem Update bald beheben.
Fazit:
Risen 2 entführt euch auf eine Karibikreise, ideal wenn das Wetter draußen mal wieder nicht so will, so könnt ihr euch das Südseeflair direkt ins Wohnzimmer holen. Die Story nimmt erst relativ behäbig Fahrt auf aber wenn ihr dann selbst Pirat seid, wird sie um einiges spannender. Leider ist dann der letzte Story Abschnitt wieder relativ fad und das Ende viel zu schnell da.
Vor allem aber die Ureinwohner sind super gelungen. Nachdem ich der ersten Voodoo Priesterin begegnet bin, hab ich mich gefühlt wie Guybrush Threepwood oder Jack Sparrow. Ich hab eigentlich nur gewartet dass mir Guybrush über den Weg läuft und mich zu einem Beleidigungsduell herausfordert. Die eigentlichen Voodoozauber sind dagegen relativ sinnfrei und die Kontrolle über andere Charakter ist nur bei Quest NPC’s möglich.
Die Inquisition dagegen übernimmt die Rolle der East Indian Trading Company und wenn man genauer hinsieht erkennt man das eine oder andere Detail, dass die Entwickler mit einfließen haben lassen.
Mein größter Negativpunkt ist das Kampfsystem und ich bin mir nicht sicher was sich die PB Jungs dabei gedacht haben. Gegen menschliche Gegner klappt das System eigentlich recht gut aber gegen Tiere ist es ein Totalausfall. Da ihr nicht mehr ausweichen könnt und ihr auch die Schläge der Monster nicht blocken könnt verkommen Monsterkämpfe zu wilden Klick Orgien die ihr auf niedrigerem Level nur mit viel Glück oder jede Menge Heiltränke überlebt. Vielleicht stellen sie euch auch deswegen unsterbliche Begleiter zur Verfügung.
Großer Pluspunkt sind mal wieder die markanten und charismatischen NPC’s. Ob nun Raubein, markiger Soldat oder waschechter Pirat auf eurer Reise werdet ihr allen möglichen Personen begegnen, die euch sicher das eine oder andere Mal zum Schmunzeln bringen. Dazu trägt auch wieder die raue und derbe Sprache bei.
Alles in allem ist Risen 2 kein überragendes aber ein gutes Spiel. Ich persönlich mag die Art und weiße wie PB Spiele macht. Im Vergleich zur Konkurrenz wirkt Risen 2 aber altbacken und rückständig. Das ist vielleicht der größte Punkt, den man an PB bemängeln kann. Sie machen genau die gleiche Art von Spielen wie zu Gothic Zeiten mit dem Unterschied, dass sich dieser Stil einfach schon abgenutzt hat und nicht mehr zeitgemäß ist. Für das nächste Game sollten sie vielleicht ein wenig risikofreudiger im Bezug auf neue Innovationen sein.
Charaktertechnisch und atmosphärisch macht PB aber so schnell keiner was vor und selbst Skyrim kann sich eine Scheibe mit seinen Millionen Zombie NPC’s von den Herren aus dem Ruhrpott abschneiden. Risen 2 bietet euch das, was ihr von einem Gothic/Risen Teil erwartet, nicht mehr und auch nicht weniger.
Dieses mal gibt es sogar ein Video dazu, um euch ein wenig vom Gameplay zu zeigen. Um nicht zu spoilern, umfasst das Video die erste halbe Stunde Spielzeit.
Wünsche, Verbesserungsvorschläge, Lob, Kritik oder was auch immer euch auf dem Herzen liegt wie immer in den Comments bitte















Erst einmal zum Artikel:
“Nach der großen Pleite von Gothic 3 [...]”
Ernst gemeinte Frage: Are you kidding me? Gothic 3 ist auf keinen Fall gefloppt. Natürlich war es verbugt ohne Ende. Natürlich hat sich die Community darüber aufgeregt. Völlig zurecht! Aber bereits nach zwei Monaten hat sich das Spiel über 350.000 Mal verkauft. Risen in der gleichen Zeit über 100.000 Mal. Wenn ein Spiel gefloppt ist, dann Gothic 4. Und seit dem Community-Patch läuft Gothic 3 ohne Probleme und zählt noch heute zu den besten und beliebtesten Rollenspielen.
“[...] viele gefährliche Schlachten und schwere Entscheidungen sollten noch vor ihnen liegen, die das Schicksal der Menschheit entscheiden.”
Da musste ich sehr lachen. Tipp von mir zum Story-Teil: Nicht solch klischeehafte Sätze schreiben. Lockere das ganze etwas auf und mach es persönlicher. Ließt sich wie der Text auf der Verpackung des Spiels.
Das Fazit ist viel zu lang. Viel, viel, viel zu lang. Mit einem Fazit fasst man noch mal kurz zusammen, was man bereits geschrieben hat und verdeutlicht noch einmal seine Meinung. In deinem Fazit-Teil steht sehr viel, was in die vorherigen Bereiche gehört. Es gibt viele Leute die sich erst das Fazit durchlesen und dann, wenn sie weiter interessiert sind, den ganzen Artikel. So sind sie sofort abgeschreckt, weil es so unglaublich lang ist.
Ansonsten Respekt. Ein sehr ausführliches Review mit schönen Screenshots. Die Erklärungen der Spielelemente sind auch sehr gut. Klasse dass du dir die Mühe gemacht hast und ein Video aufgenommen hast. Das nächste Mal vielleicht mit Audiokommentar?
Zum Spiel:
Hört sich alles ganz gut an und eigentlich sollte es ein gutes Spiel sein. Ich denke aber, vielen wird das Szenario nicht gefallen. Mich schreckt es vor einem Kauf auf jeden Fall ab. Wenn ich allein diese Piratenhüte sehe, wird mir schlecht. Mittelalter passt da einfach besser. Aber alles Geschmacksasche. Ich werde es mir aber wohl nicht holen und viele meiner Kumpels aus eben diesen Grund auch nicht. Bin gespannt, wie hier die Verkaufszahlen aussehen werden.