Review: Diablo III – Besser spät als nie!

Flohan 30. Mai 2012 3
Review: Diablo III – Besser spät als nie!

Am 15. Mai erschien wahrscheinlich der am meisten erwartete Titel der letzten Jahre, wenn nicht sogar in der Geschichte der Videospiele. Passend zur Jahrtausendwende belebte mit seinem Vorgänger Blizzard das Hack&Slay Genre neu und revolutionierte es mit dem darauffolgenden Addon.

Relativ schnell versuchten einige andere Entwicklerstudios am Erfolg von Diablo teilzuhaben, aber das wollte bisher noch keinem so recht gelingen. Die Erwartungen sind also extrem hoch und Diablo 3 hat ein schweres Erbe anzutreten.

Ich hab mich bereits einmal mit meinem Mönch durch Diablo 3 durchgemetzelt und bevor ich mit Alptraum durchstarte werdet ihr im folgende Review erfahren was sich so alles getan hat in Teil 3. Also bleibt ein Weilchen und hört zu!

Story:

Auch wenn es einigen wie gestern vorkommen dürfte, sind seit dem Tod von Baal, Herr der Zerstörung 20 Jahre vergangen. Deckard Cain ist immer noch auf der Suche nach den Geheimnissen der Horadrim, aber da der gute alte Deckard Unheil magisch anzieht, treibt bald ein neues Übel sein Unwesen in der Gegend um Tristram.

5 Helden haben sich schon bereits auf den Weg gemacht um der Sache nachzugehen, werden aber schon am Eingang eher unfreundlich von unseren Dämonischen Freunden empfangen. Da sich diese leider nicht überreden lassen die Dorfbewohner in Ruhe zu lassen, müssen sie zu eher schlagkräftigen Argumenten greifen.

Bald erfahren wir von Deckards Nichte Leah, dass Onkel Deckard mal wieder auf eigene Faust losgezogen ist um herauszufinden, was es mit dem Meteor, der in die Kathedrale eingeschlagen ist auf sich hat. Mit ein wenig “Überzeugungsarbeit” lassen uns die Untoten Damen und Herren schlussendlich doch zu Deckard Cain, der mal wieder ein wenig in Bedrängnis ist – wie gut dass wir gerade hier sind!

Geschichten aus der Gruft

Leider verwehrt uns ein alter Bekannter den weiteren Weg in die Katakomben der Kathedrale. So müssen wir erst mal einen Weg finden um die Gruft von König Leoric zu öffnen und ihm den Weg zurück in den Sarg zu weißen. Wem wir dann schlussendlich am Grunde des Kraters begegnen sei hier noch ein Geheimnis.

Natürlich war das alles erst der Anfang und es warten wieder einmal Legionen von Monster darauf von unseren Helden um ihr Habe und dem Leben erleichtert zu werden.

Gameplay:

Die größte Veränderung wird von vielen Veteranen als wohl größter Kritikpunkt aufgeführt. Statt des klassischen Systems eines Skillbaums und der Verteilung von Attribut Punkten, habt ihr ein automatisches Aufstiegssystem das euch automatisch Bonuspunkte auf Stärke, Geschick und Co. zuteilt. Das Skillsystem wurde ebenfalls massiv geändert, so bekommt ihr diese ebenfalls automatisch mit Stufenaufstieg neue Fähigkeiten und Zauber freigeschaltet.

Maximal könnt ihr bis zu 6 verschiedene Fähigkeiten aus verschiedenen Kategorien euren Schnelltasten zuordnen, ihr habt also die Qual der Wahl mit welchen Skills ihr kämpfen wollt. Zusätzlich könnt ihr noch 3 passive Boni aktivieren und habt hier auch die Wahl zwischen etlichen Boni. Falls euch diese dann doch nicht zusagen, könnt ihr außerhalb des Kampfes diese dann aber auch wieder verändern.

Der Clou dieses System ist aber das ihr ein wenig später noch zusätzlich Runen freigeschaltet bekommt. Diese Runen geben euren Zaubern und Skills Boni oder verändern diese Komplett. Damit könnt ihr euch ganz individuelle Sets basteln die voll und ganz eurem Spielstil entsprechen oder einfach ein wenig herum experimentieren. Das Tolle daran ist, dass ihr nicht auf bestimmte “MAX DPS Skillungen” angewiesen seid auf die ihr vielleicht gar keine Lust habt zu spielen. Somit gewinnt Diablo 3 unglaublich an Flexibilität.

Wer die Wahl hat…

Grundsätzlich spielt sich Diablo 3 natürlich wie ein klassisches Hack&Slay, also wie der Name schon sagt klickt ihr auf euren Feinden solange rum bis sie schlussendlich tot sind. Dank der tollen Erfindung des Beutesystems bekommt ihr so immer bessere Ausrüstung um was zu tun? Richtig um noch härtere Feinde totzuklicken, die wieder noch tollere Sachen fallen lassen. Die Kämpfe fühlen sich aber wesentlich brachialer und actionreicher an als noch im Vorgänger, die Lebenskugeln tun dazu ebenfalls ihren Teil, heilen euch sofort und beschleunigen damit das ganze Gameplay.

Die 5 Klassen die euch dabei zur Verfügung stehen spielen sich dabei doch sehr unterschiedlich.

Der Mönch und der Barbar sind in Diablo 3 die klassischen Nahkämpfer. Während allerdings der Barbar mit brachialer Gewalt, dicker Panzerung und großen Waffen punktet setzt der Mönch eher auf Martial Art, Finesse und Heilige Zauber.

Die Dämonenjägerin steht nicht so auf Schläge.

Die drei anderen im Bunde setzten dagegen eher auf Distanz halten.

Der Zauberer ist wohl der typischste Archetyp und dürfte den meisten Fantasy Fans bestens bekannt sein. So dürft ihr mit ihm den Zorn der Elemente über eure Feinde entladen und sie dann mit einem Arkanzauber zerschmettern. Die Dämonenjägerin dagegen ist eine Kombination aus der Assassine und der Amazone aus Diablo 2 und setzt sowohl Fallen als auch allerlei Distanzwaffen wie Armbrüste und Bögen ein. Der Hexendoktor dagegen umgibt sich mit unheiligen Kreaturen, verhext und vergiftet seine Gegner mit mächtigen Voodoo Zaubern.

Ein weiter großer Aspekt sind der Schmied und der Juwelenschleifer. Der Juwelenschleifer ersetzt Diablo 3 den Horadrim Würfel und wertet gegen einen kleinen Obolus eure Edelsteine auf eine höhere Stufe auf. Beim Schmied dagegen könnt ihr Gegenstände zerlegen und mit den gewonnen Rohstoffen neue Waffen und Rüstungen schmieden.

Die beiden Handwerker lassen sich im Laufe des Spiels dann auch noch weiter aufwerten damit sie immer Up-to-Date sind und euch was Schönes basteln können. Das Tolle ist, dass die Stufe der Handwerker für alle Charakter des gleichen Accounts gilt, heißt ihr müsst eurer Geld nur einmal investieren statt für jeden Charakter neu.

So mal sehen was wir und neues Basteln können

Dasselbe gilt für eure Beutekiste und eurer Geldbeutel, somit gelten diese auch für alle eure Charakter. Vorteil ihr habt jederzeit Zugriff auf euer Guthaben und Loot und könnt gerade für die neuen Charakter gleich mit besserer Ausrüstung loslegen. Nachteil ist dann natürlich auch, dass ihr damit auch größere Ausgaben habt.

Gerade bei Diablo 2 war Geld ab einem gewissen Punkt vollkommen überflüssig und dank des Handwerkssystems und dem gemeinsamen Geldbeutel besitzt das Geld wenigstens wieder einen nützlichen Wert. Zusätzlich dazu könnt ihr über ein Ingame Auktionshaus ähnlich wie bei World of Warcraft Gegenstände verkaufen oder auch kaufen. Später soll sogar möglich sein Items für echtes Geld verkaufen zu können dieses Feature ist aber erst einmal verschoben.

Grafik:

Grafisch sieht Diablo 3 für ein Game aus dem Hack&Slay Genre wirklich hervorragend aus und mir würde gerade kein Konkurrenztitel einfallen der nur annähernd so gut aussieht. Aber vor allem das einzigartige und tolle Artdesign von Blizzard ist wieder einmalig. Alles fühlt sich einfach stimmig an und gerade die kleinen Details der Gegenden verleihen dem Spiel eine unglaubliche Atmosphäre.

So bin ich öfters einfach mal stehen geblieben um die kleinen Details im Hintergrund zu bewundern, so seht ihr von den Mauerzinnen aus die Schlacht, die gerade vor den Mauern stattfindet oder in einer Art Hölle seht ihr riesige gepeinigte Dämonen, die sich vor Schmerz winden.

Da unten is ja ziemlich was los.

Wo wir auch schon beim Thema wären, einer der Kritikpunkte war ebenfalls das Diablo hell und Farbenfroh ist. Relativ bald gelangt ihr in eine Folterkammer, die alles andere als nett und hell ist und die helleren Farben geben dem Game damit genau die richtige Farbkraft um Blut und Tot darzustellen und wirken damit noch viel intensiver.

Fazit:

Ist Diablo 3 nun eine würdige Fortsetzung? Nach ca. 60h Spielzeit würde ich sagen Ja! Mir persönlich gefällt das neue Skillsystem viel besser als das statische Alte. Gerade WoW hat gezeigt dass der Klassische Skillbaum überholt ist. Schlussendlich gab es nur 1 oder 2 Skillungen, die wirklich konkurrenzfähig waren und dank des neuen Systems kann jeder so spielen wie er möchte.

Gerade aber auch in Alptraum zwingen euch Championgruppen dazu eure Taktik zu überdenken und etwas neues auszuprobieren um dann vielleicht festzustellen, dass ihr eine andere coolere Skillkombi gefunden habt die euch noch mehr Spaß macht.

Als alter Diablo Veteran fand ich auch die Story wirklich spannend, auch wenn diese natürlich nur eine untergeordnete Rolle spielt und im Vordergrund die Item Jagd steht. Gerade das Wiedersehen mit einigen Charakter aus den Vorgängern sorgt immer wieder für nette Momente und das Ende ist durchaus ein würdiges Ende.

Hulk Smash!…ah mist falsch

Was man nun vom Online Zwang und Auktionshaus hält, muss schlussendlich  jeder für sich entscheiden. Ich kann mit dem Online Zwang leben, zumal sich die Server Probleme nun eingependelt haben und ich sowieso 24/7 Online bin mit meinem PC. Selbes gilt für das Auktionshaus. Wenn jemanden das Auktionshaus stört soll er es einfach nicht benutzen, wenn ja auch gut warum nicht? Wenn Blizzard damit wenigstens den Item Handel sicherer gestalten kann ist doch damit jedem geholfen.

Wie viel Langzeitmotivation in Diablo 3 steckt bleibt noch abzuwarten aber ich freue mich auf die neuen Items und Gegner auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Ich kann nur jedem empfehlen sich das Game vorher anzuschauen wenn ihr euch unsicher seid. Holt euch von euren Freunden einen Gästepass, dann könnt ihr bis Stufe 13 spielen und bei den Quests bis zum Tod von König Leoric voranschreiten.

 

 

3 Comments »

  1. Ben 30. Mai 2012 at 14:43 - Reply

    60 Spielstunden und dann erst Normal durch?! Nach 75 lag der Butcher auf Inferno bei mir :D
    Diablo macht zudem auch erst viel mehr Spaß, wenn man auf Hölle oder gar Inferno ist. Zwar stirbt man sich teilweise in einer Gruppe voran, aber das Zusammenspiel kommt richtig grandios rüber.

    Ich wollte es eigentlich ignorieren, vor allem, da mich Diablo 1 und 2 nie wirklich binden konnten. Aber D3 kommt mir gerade wie ein Full Time Job vor. Einen Job, den ich nur zu gerne erledige =)

    • Flohan 31. Mai 2012 at 16:13 - Reply

      nein das erste mal durch mit normal war ich ca bei 16 stunden aber ich hab dann zwecks zeitmangel ein wenig gebraucht um mich mit alptraum auseinander zu setzen und hab dann eben ein paar andere chars gespielt :)
      naja im moment sterbe ich mich durch hölle durch xD

  2. DaRuX 30. Mai 2012 at 16:22 - Reply

    So automatische Punkteverteilung mag ich ja gar nich eigentlich… genau das hat mir immer so spaß gemacht. Aber wenigstens muss man sich nich mehr mit verskillten chars rumquälen haha

    Dass es den Würfel nicht mehr gibt is schade. Der war irgendwie cool. Aber gut, Händler tuns auch.

    Ich hätte es mir ja eh schon längst geholt, wenn ich die passende Hardware hier stehen hätte :(
    Aber nur noch wenige Tage, dann kriege ich meinen alten PC wieder. Und dann kann ich wieder alles zocken wohooo

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