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Angetestet: A Fisherman’s Tale

Virtual Reality ist endlich gekommen um zu bleiben. So erscheint es einem spätestens seit der letzten gamescom in Köln. Viele kleine und große Titel erobern den Spielemarkt, doch was mir immer fehlte waren Geschichten. Geschichten in VR verpackt, die einem konstant die VR Brille auf dem Kopf sitzen und nicht aus Langeweile absetzen ließen.

A Fisherman’s Tale ist ein solches Erlebnis. In dem Spiel übernehmen wir die Rolle eines Fischers, der sein Leben einsam in einem Leuchtturm fristet. Ein Blick in den Spiegel zeigt: wir sind ein vom Leben gezeichneter Mensch mit wuscheligen Bart. Das einzige Hobby, welches wahrscheinlich auch als Traumatherapie fungiert, ist der Modellbau. Auf dem Tisch vor uns sehen wir eine detailreiche Nachbildung unseres Leuchtturm mit allen Einrichtungen um uns herum.

Ist es Modellbau oder doch mehr? Fragen über Fragen.

Jetzt könnte man sagen „nicht schon wieder ein Walking Simulator“, doch nicht zu voreilig. Um Licht in das dunkele Zimmer zu bekommen, müssen wir mit unserem VR-Ich das Fenster öffnen. Statt auf das weite Meer zu gucken, sehen wir unser Zimmer – und uns selbst! Rasch stellen wir fest, dass auch wir nur eine Dimension in einem Modell eines Fischers sind, der sein Leuchtturm nachbaut.

Kaum haben wir diese Erkenntnis verarbeitet, bekommen wir auch schon eine Nachricht das Licht auf dem Leuchtturm zu entzünden. Hier beginnt das eigentliche Spielprinzip: Durch die verschiedenen Dimensionen können wir Gegenstände verändern. Beispielsweise müssen wir die Türe in unserem Zimmer öffnen. Der Schlüssel versteckt sich bei einer ziemlich frechen Krabbe in ihrer Muschel im Schrank, doch ist dieser viel zu klein für Interaktion. Was ist die Lösung? Die verschiedenen Dimensionen. Wir schnappen uns seine Muschel und lassen diese durch das offene Dach unseres Modell fallen. Schon stürzt durch unsere Dimension eine riesige Muschel durch das Dach und wir können den Schlüssel in der richtigen Größe für die Türe entnehmen.

Wie kommen wir bloß an den Schlüssel in der Muschel? Euer Rätzel-Talent ist gefragt.

Das funktioniert je nach Rätzel auch anders herum. Ein interessantes Konzept, das euch auch nie alleine lässt. Der Erzähler im Spiel leitet durch die Story und versorgt euch mit hilfreichen Tipps. Besonders interessant wird es, wenn ihr selbst durch die verschiedenen Dimensionen reist, denn das könnt ihr ab einen bestimmten Punkt dank Hilfe eines Fischfreundes auch.

Viel mehr möchten ich zur Story nicht erzählen, da diese mit etwa 2 bis 3 Stunden einer Kurzgeschichte entspricht. In mehreren Kapiteln unterteilt, erlebt der Spieler in der Rolle des Fischers eine steigende Schwierigkeit zum Ziel. Diese erscheint immer ausgewogen und beinhaltet eine erzählerische Unterstützung. Den Ton aktiv lassen bringt euch also weiter. Der Fernsehsender ARTE hat das Spiel unterstützt und mitfinanziert, so wundert es nicht neben einer englischen, auch eine äußerst gute deutsche und französische Synchronisation im Spiel zu finden.

Fazit:

Meine anfänglichen Zweifel lösten sich sehr rasch in Luft auf. Überrascht durch den großartigen Mindblow zu Anfang von A Fisherman’s Tale fühlt man sich ein bisschen wie Alice im Wunderland. Mal zu groß oder zu klein durch die Szenerie, erlebt ihr das unterhaltsame Geschehen in einer ernsten Geschichte verpackt. Ich wage zu bezweifeln, dass es auch anders als in VR funktionieren würde, da das Erleben der Größenunterschiede ein wichtiger Punkt ist und anders nicht so gut nachvollziehbar wäre. Eindeutige Empfehlung für dieses Puzzle-Adventure in VR!

A Fisherman’s Tale von InnerspaceVR ist auf dem PC für Oculus Rift, HTC Vive  und auch für PlaystationVR erschienen.

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